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10. Spendengala Straßenfeuer im Hans-Sachs-Haus in GE

QUELLE: https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article410418382/strassenfeuer.html

 

Bei der 10. „Straßenfeuer“-Spendengala ist auch Top-Act und „Hundeprofi“ Martin Rütter von der Hilfsbereitschaft der Gelsenkirchener völlig baff.

 

Dieses Tempo hätte niemand ansatzweise ahnen können. Bei der inzwischen 10. „Straßenfeuer“-Spendengala für „Warm durch die Nacht“ und „Arzt mobil“, die beiden Gelsenkirchener Obdachlosen-Hilfsvereine, überschlugen sich geradezu die Gebote bei den verschiedenen Versteigerungen.

 

Dabei hatte der „Straßenfeuer“-Initiator Norbert Labatzki gerade noch die rekordverdächtige Summe aus den bisherigen Galaveranstaltungen genannt: Stolze 107.734,71 Euro in neun Jahren, nur einmal von Corona ausgebremst. Und zum zehnten Geburtstag „waren schon im September fast alle 700 Karten verkauft“, gab er am Rande preis. Aus privaten Geburtstagsfeiern im Schloß Stolzenfels konnte er außerdem einmal 3500 und einmal 1000 Euro beisteuern.

 

Moderator Frank Bürgin verlor offenbar in weiser Voraussicht keine Zeit auf der Bühne des Hans-Sachs-Hauses, um das Programm und vor allem die Spenden über die Runden zu bekommen. Besonders begrüßen konnte er die neue OB Andrea Henze (SPD) bei ihrer ersten Gala, und zum „Beinahe“-Abschied Prof. Dr. Helmut Hasenkox, scheidender Emschertainment-Geschäftsführer, „der seit zehn Jahren die Top-Acts für diese Abende besorgt hat“. Und der deshalb auch verraten konnte, der besondere Gast diesmal sei „praktisch zugelaufen“, habe sich selbst angeboten.

 

Mit Mike Büskens und Oli Kruschinski enterten zunächst zwei Gelsenkirchener Promis die Bühne, und ernteten warmen Applaus für ihr Projekt. 60.000 Euro will die Stiftung Schalker Markt stemmen, um vier Modul-Mini-Häuser auf dem Areal der entwidmeten Herz-Jesu-Kirche im Stadtsüden aufstellen zu lassen, verrieten sie. Damit sollen bislang Obdachlose ein Dach über dem Kopf bekommen. Gleichwohl hatten sie zwei Schecks „im Ärmel“ mit je 1504 Euro für die beiden Nutznießer der Gala.

 

Sträter-Blechtasse treibt den Spendenpegel hoch

 

Aus der Tüte kramte anschließend Bürgin vier vermeintlich schlichte Emschertainment-Blechtassen, allerdings von prominenten „Ruhris“ signiert, und rief eine fast spontane Auktion ins Leben. Die Unterschriften von Fritz Eckenga, Gerburg Jahnke, Herbert Knebel (Uwe Lyko) und schließlich Torsten Sträter öffneten die Geldbörsen der gut aufgelegten Gäste („wir akzeptieren keine Kartenzahlung“). Der Pott mit dem Sträter-Schriftzug erreichte kaum glaubliche 550 Euro.

 

Unvorbereitet warf dann das „Arzt mobil“-Team noch das Maskottchen „Bärny“, einen Riesen-Plüsch-Teddybär mit Vereinspulli, ins Versteigerungs-Gipfelrennen und heimste 200 Euro ein. Bei der Versteigerung zweier Bilder von Ines Gauchel hielten sich die Besucher dagegen zurück. 350 Euro erbrachte das Double aus der Neon-Serie „Glow“.

 

Zwei Glasschüsseln im Saal reichen nicht aus

 

Auch Martin Rütter, der gebürtige Duisburger Hundetrainer, Moderator und Buchautor, vor allem aber Hundefan als dem „einzigen Säugetier, das Artfremde als Sozialpartner akzeptieren kann“, verlor keine Zeit. Der Top-Act des Abends, schickte zwei Glasschüsseln („damit man sehen kann, was drin ist“) zur Sammlung im Publikum auf die Reise.

 

Und mit der Unterbrechung seiner souveränen und unterhaltsamen Plauderei mit vielen persönlichen Einschlägen über Hunde und „das andere Ende der Leine“ hatte er kaum gerechnet. Denn den Betrag aus der Sammlung im Saal werde er selbst verdoppeln, hatte er versprochen. Und kaum bei der Hälfte durchgereicht kam das Signal: „Wir brauchen neue Schüsseln“.

 

„Was hab‘ ich getan, Gelsenkirchen?“ fasste Rütter sich an den Kopf, der kürzlich erst für 2026 das Ende seiner Bühnenlaufbahn angekündigt hatte. Aber er hielt sein Wort: 3265 Euro legte das Gelsenkirchener Gala-Publikum vor.

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