Buchvorstellung: Ruhrtüppen

Mit Portraits von Norbert Labatzky und Petra Bea, Fotograf u. a. Reinhold Krossa

 

Erhältlich im Verlag Henselowsky Boschmann - Bücher vonne Ruhr: 

 

https://vonne-ruhr.de/epages/5a14a914-c797-4541-8586-4c9b5e4606c0.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/5a14a914-c797-4541-8586-4c9b5e4606c0/Products/030 

 

QUELLE: https://www.waz.de/kultur/article411968830/ein-neues-buch-mit-portraets-typen-wie-sie-nur-das-ruhrgebiet-hervorbringt.html

 

Revier-Lektüre

 

Ein neues Buch mit Porträts: Typen, wie sie nur das Ruhrgebiet hervorbringt

Essen. Anner Bude, im Krankenhaus, nebenan: Ein Buch stellt Menschen des Reviers vor, die kaum jemand kennt, aber denen man gern begegnet wäre.

 

Sagen wir im Ruhrgebiet über einen „dat is ne Type!“, dann ist das nichts Despektierliches. Das ist: ein Kompliment. Kann schon sein, dass der oder die ein bischen anders ist, nicht immer so, wie die andern es gern hätten. Aber eines ist „die Type“ eigentlich immer: ein Original. Eine(r), ohne den oder die die Welt ärmer wäre. Und verleiht man diesen Titel zwischen Emscher und Ruhr, dann selten an die feine Gesellschaft.

 

Und darum kann ne Type einer sein wie der aus Spanien ins Revier getrudelte Busfahrer Enrico Martinez. Die Bogestra wird alles tun, um den Zuwanderer die Haltestellen fehlerfrei ins Mikro hauchen zu lassen. Sprachkurs und so. Aber es wird nie mehr als das rassige „Encación“ (“Endstation“) dabei herausspringen. Dafür aber führt Enrico die Arbeiterlieder der alten Heimat (“A las barricadas“) wie kein anderer auf den Lippen, wenn er den Gelenkbus „durch die Straßenschluchten von Wanne und die Prärie von Eickel“ schlenkert. Vier Seiten nur, aber eine der besonders schönen (weil von Hartmut Kasper sehr ausgefeilt erzählten) Geschichten eines eben erschienenen Buches.

 

„Ruhrtüppen“, ein neues Buch verneigt sich vor den Menschen im Ruhrgebiet

 

Werner Boschmann, so etwas wie der unerschütterliche Ortsvorsteher des letzten kleinen gallischen Dorfes unter den Ruhrgebietsverlagen, hat es herausgegeben. 34 Autoren hat er gebeten, über ne Type zu schreiben. Und es sind viele zusammengekommen, von deren Existenz wir nie erfahren hätten, weil sie einfach da waren oder sind in Buer, Datteln oder Bottrop, aber eben solche von der unberühmten Sorte.

 

Manche haben nicht mal einen Namen wie die Schlagfertigen, denen Erhard Schütz an den Supermarktkassen im Pott lauscht. Manche waren einst das Zentrum ihrer Siedlung wie die Frau mit dem zauberhaften Namen Inge Pawlorek. Chefin von Kiosk/Trinkhalle/Bude, 6.30-20 Uhr „an sieben Tagen die Woche geöffnet“. Ralf Strey besingt hier Einkaufserlebnisse „wie sie individueller kaum möglich sind“. Und wir sind mit ihm traurig, da der Kosmos aus Kittelschürze und Lakritzschnecken Vergangenheit ist. So wie wir (ohne sie gekannt zu haben) gerne lesen von Alltagsheldinnen wie Oma Lene oder Opa Julius (der ein tolles Double für den polnischen Papst gewesen wäre). Ihre Enkel setzen ihnen hier ein Denkmal, und jeder der Generation Ü50 weiß warum: Wir hatten ja alle solchen Typen in der Familie: ein Jahrhundert Geschichte im Stammbuch, aber für uns einfach nur Menschen zum Gernhaben. Meistens sehr bescheidene.

 

Ja, es gibt auch Namhafte in diesem Buch, Kunst und Wissenschaft sind vertreten. Das sind nicht unbedingt die gelungensten Beiträge. Denn die schönsten dieser Geschichten finden nicht auf dem Parkett der Revier-Prominenz statt. Eher schon auf dem Krankenhaus-Linoleum von Bottrop. Erst lernt Renate Rohkemper dort ihren Mann kennen, weil sie beide Brüder haben, die zufällig auf einem Zimmer liegen, was natürlich verbindet. Und dann ist sie fast 50 Jahre lang Schneiderin gewesen, als sie - wieder im Krankenhaus - ihre Tante Hanna besucht. Es ist auch das Hospital, in dem die Kriegsopfer behandelt werden, die im Friedensdorf Oberhausen leben. „Ein Junge, aus Angola, hatte einen Helm auf, eine halbe Nase, nur ein Auge, die Hände verbrannt. Ich sah ihn auf dem Flur, und ich dachte: Hoffentlich kommt er jetzt bloß nicht zu mir. Aber er kam und hat mich an die Hand genommen. Und ich hab ihm meine Hand gegeben.“ Renate wird seine Betreuerin. Es gibt Typen im Revier, da zieht man einfach den Hut!

 


Urbanolix-Artobot & Reinhold Krossa No 3: About the street art group WIR-AAK20.de from Essen (Das Ruhrgebiet).: Streetart Foto: WIR-AAK20.de creates www.digit-book.eu in living city!

QUELLE:

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Das Buch ist erhältlich bei Amazon und Thalia!

 

Ein Fotobuch über die Straßenkunst der Living-City-Künstlergruppe WIR-AAK20.de aus Essen (Das Ruhrgebiet). Ecken bunter machen, Slow-Art, Co-Working, Co-Living und Co-Gardening sind die Ziele. Artenübergreifende Kooperation ist die Regel. „Du kannst das!“ ist das Motto. Fotografiert von Reinhold Krossa – Fotograf aus Leidenschaft mit Sitz in Gelsenkirchen. Seit vielen Jahren widmet er sich mit geschultem Blick und feinem Gespür für den richtigen Moment der künstlerischen Fotografie. Seine Bilder erzählen Geschichten – authentisch, ausdrucksstark und voller Atmosphäre. Ob eindrucksvolle Porträts, bewegende Reportagen oder faszinierende Aufnahmen vom venezianischen Karneval – Reinhold Krossas Arbeiten leben von Emotion, Nähe und Tiefe. Jedes Foto ist mehr als ein Bild – es ist eine Momentaufnahme mit Seele. Kontakt und Weiteres auf www.fotografie-krossa.de. WIR-AAK20.de ist eine freie Künstlergruppe, gegründet im Jahr 2020 in Essen- Das Ruhrgebiet, mit dem Fokus auf Streetart, Slow-Art und Dialogische Ästhetik. Die Vision ist "Ecken werden bunter - Streetart als Living City Kommentar". Das Motto ist "Du kannst das!". Gründungsmitglieder sind Staatl. geprüfter Wirtschafter Christian Schröder und Ökonom/ Soziologe Roland Scheel-Rübsam. Erweitert wurde WIR-AAK20.de durch die Ingenieure Manfred Hoppe und Maria Beismann. Kombiniert werden Neue Malerei, Geometrische Abstraktion, Farbfeldmalerei, Abstrakter Expressionismus und Minimalismus. Die Dialogische Ästhetik wurde vom Fotograf Reinhold Krossa im Jahr 2025 abgelichtet und es entstand diese Publikation der Reihe Urbanolix-Artobot (No.3). WIR-AAK20.de steht also auch für eine visuell-literarische Synthese und die Verbesserung der Lebensqualität im Ruhrgebiet und darüber hinaus. WIR-AAK20.de setzt Impulse und lädt dazu ein Ecken bunter zu machen. Living City Kommentare dazu sind erwünscht!