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FMT Neujahrsempfang im Musiktheater im Revier

QUELLE: https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article411035723/foerderverein-des-musiktheaters-spendet-diese-stattliche-summe-an-das-opernhaus.html

 

Förderverein des Musiktheaters spendet diese stattliche Summe an das Opernhaus

 

Das Musiktheater im Revier darf sich freuen: Der Förderverein hat am Sonntagabend diese stattliche Summe an die Verantwortlichen überreicht. Der Schatzmeister schätzt die knisternde Spannung. Einfach nur einen Scheck zu überreichen ist die Sache vom „Finanzminister“ des Fördervereins Musiktheater im Revier (fmt) nicht. Beim diesjährigen Neujahrsempfang am Sonntagabend im Kleinen Haus schlüpfte Kurt Limberg in die Rolle eines Magiers und zauberte mit einem flotten „Simsalabim“ die diesjährige Fördersumme auf die Leinwand. Und die ist tatsächlich zauberhaft: Stattliche 74.000 Euro überweisen die Freunde und Förderer in der laufenden Spielzeit ans Opernhaus.

 

Geschäftsführer Tobias Werner: Kultur braucht Freiheit und Verlässlichkeit

 

Damit werden sechs Produktionen des MiR unterstützt oder auch überhaupt erst möglich gemacht. Eine Finanzspritze, die der Geschäftsführer und derzeitige kommissarische Intendant des Hauses, Tobias Werner, dankbar entgegennahm. Werner hatte zuvor in seinem Grußwort betont, dass Kultur zunehmend aufgefordert werde, sich zu legitimieren. Sein mit Beifall bedachtes Statement: „Kunst ist kein Luxus für gute Zeiten, sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir schwierige Zeiten überhaupt aushalten können.“ Kultur brauche Freiheit und Verlässlichkeit.

Für diese unbedingte Verlässlichkeit steht der Förderverein seit 1977. Seine inzwischen über 1000 Mitglieder engagieren sich ideell und finanziell für das MiR. „Gerade für eine Stadt wie Gelsenkirchen ist das ein unschätzbarer Wert“, konstatierte Werner.

 

Förderverein steht für Neugier, Toleranz und Freude an der Kunst

 

Für die Treue der Mitglieder im gut gefüllten Kleinen Haus, dessen Bühne frühlingshafter Blumenschmuck zierte, bedankte sich auch Vereinsvorsitzende Christiane Wilke. Sie erinnerte an Einschnitte im vergangenen Jahr, als der langjährige Generalintendant Michael Schulz das Haus verlassen hat: „Dennoch läuft es im Musiktheater aktuell wie am Schnürchen. Tobias Werner hält das Schiff auf Kurs.“ Das Interesse am fmt sei auch im Vorjahr ungebrochen groß gewesen: „Besonders viele kleinere Firmen engagieren sich inzwischen sehr.“ 

Ein zentrales Anliegen des Vereins sei neben der finanziellen Förderung die Chance auf Austausch. Angebote wie der Stammtisch oder die Reihe „MiR schafft Begegnungen“ würden gut angenommen: „Daneben planen wir ein weiteres Format als Diskussionsforum.“ Das typische fmt-Mitglied habe Freude an der Kunst, sei neugierig, offen und vorwärts gewandt, stehe für Toleranz und Vielfalt: „Solche Menschen braucht die Stadt.“

 

OB Henze: „Ein Schatz, den es zu hüten und zu pflegen gilt“

 

Das bestätigte auch Oberbürgermeisterin Andrea Henze und rief den Mitgliedern zu: „Sie sind weit mehr als nur Gäste, Sie sind das Rückgrat des Theaters, die Künstler können sich auf Sie verlassen.“ Für die Stadt sei das MiR Freude und Verpflichtung: „Das ist ein Schatz, den es zu hüten und zu pflegen gilt.“

Die Förderer pflegen das Opernhaus aktuell mit 74.000 Euro. Im vergangenen Jahr konnte Schatzmeister Limberg eine große symbolische Münze in Höhe von 70.000 Euro überreichen. Und so wird das Geld in dieser Spielzeit verteilt: Jeweils 15.000 Euro fließen in die Kinderoper „Pettersson und Findus“, in die Tanzproduktion „Orpheus und Eurydike“, in den Doppelabend der Opern „Francesca da Rimini“/„Gianni Schicchi“ (Premiere: 31. Januar) und an „Die Zauberflöte“ (Premiere: 9. Mai). Mit 4000 Euro unterstützt der Förderverein das „MiR-Lab“-Projekt „Ghost me, if you can“ (Premiere: 27. März). 10.000 Euro fließen in die weitere Realisierung der Hör-Oper für Sehbehinderte und blinde Besucher.

 

„MiR-Lab“ gewährt Einblicke in einige seiner Projekte

 

Was überhaupt im „MiR-Lab“ am Rundhöfchen in der Altstadt passiert, das erzählte Leiterin Nora Krahl am Sonntag im Bühnengespräch mit Christiane Wilke. „Wir wollen Digitaltechnologie und Musiktheater zusammenbringen.“ Und vor allem: „Das Haus zur Stadtgesellschaft hin öffnen.“ Ihre Sicht auf Mozarts „Zauberflöte“ entführe das Publikum in eine farbenprächtige Cyber-Märchenwelt.

Beim fmt-Empfang gab’s daraus schon mal zwei Appetit-Häppchen: Begleitet von Askan Geisler am Klavier sangen Sonja Hebestadt und Sebastian Schiller das „Papageno Papagena Duett“ und Sebastian Schiller versprach „Der Vogelfänger bin ja ich“. Einen wohlklingenden Vorgeschmack auf den Opern-Doppelabend gab es zudem: Katherine Allen begeisterte mit der berühmten Arie „O mio babbino caro“ und Khanyiso Gwenxane gestaltete die Arie „Avete torto“.

 

Den scheidenden Tanz-Chef Giuseppe Spota zieht es nach Florenz

 

Im Gespräch mit dem am Ende der Spielzeit scheidenden Tanzchef Giuseppe Spota erfuhren MiR-Chefdisponentin Herburg Terveer-Miassojedov und fmt-Vorstandsmitglied Rita Krossa, dass es den Italiener nach sieben Jahren Gelsenkirchen ab Sommer nach Florenz ziehen wird: „Von dort aus werde ich frei arbeiten.“

 

Alle Infos über den Förderverein gibt es im Netz unter: www.fmt-foerdert.de. Der Jahresbeitrag als Fördermitglied beträgt 40 Euro.

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