QUELLE: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/politischer-aschermittwoch-nrw-112.html
Politischer Aschermittwoch: Schlagabtausch zwischen CDU und SPD
Stand: 18.02.2026, 20:04 Uhr
In NRW findet der politische Aschermittwoch vor allem abends statt. Zuvor las schon die Wirtschaft der Politik die Leviten.
"Von Christoph Ullrich Christoph UllrichMartin TeiglerMartin Teigeler und Wolfgang Landmesser, Jochen Trum"
Auch wenn der politische Aschermittwoch eher eine bayerische Tradition ist: Auch in NRW gibt es zwei stets wiederkehrende Ereignisse, an denen zum Beginn der Fastenzeit noch einmal ausgeteilt wird.
Seit bald drei Jahrzehnten lädt die nordrhein-westfälische SPD, genauer gesagt ihr Regionalbezirk Westliches Westfalen, nach Schwerte in den Freischütz. Jedes Jahr geben sich dort die mal mehr oder weniger gewichtige Parteiprominent die Klinke in die Hand.
Pistorius füllt bei der SPD den Saal
Verteidigungsminister Boris Pistorius bei einer Pressekonferenz in Dänemark Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)
In diesem Jahr hatte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius angemeldet. Entsprechend viele waren gekommen, um ihn zu sehen: So voll war der Saal in den vergangenen Jahren nicht: Mit 650 Menschen war der Freischütz zum ersten Mal seit langem ausverkauft.
Pistorius sprach über Gerechtigkeit
Pistorius stammt zwar aus Osnabrück und damit aus keiner Karnevalshochburg. Aber er sei gerne gekommen und froh nicht am Rosenmontag eingeladen geworden zu sein. Dann wäre er in die Verlegenheit gekommen, sich verkleiden zu müssen. "Ich wäre ja ungern als Armin Laschet gekommen", witzelte er angesichts der optischen Ähnlichkeit zu dem CDU-Bundestagsabgeordneten.
Jenseits der Aschermittwochs-Folklore ging Pistorius vor allem auf Gerechtigkeitsfragen ein. Er lobte die Landespartei für ihre Kampagne, vor allem Familien in NRW entlasten zu wollen. "Es braucht gute Kitas und Schulen, verlässliche Arbeitszeiten, gute Tariflöhne von denen man Leben könne und vor allem Respekt", so Pistorius.
Zudem brauche es Anerkennung vor Ehrenamt und unbezahlter Arbeit in der Familie. Es brauche auch den Respekt "vor harter, tradierter Arbeit". Strukturwandel heißt deshalb für Pistorius "Arbeit sichern, Qualifizierung fördern, Transformation gestalten und zwar sozial gerecht".
SPD-Spitzenkandidat greift CDU an
Vor Pistrorius redete Landtags-Fraktionschef Jochen Ott. Er griff vor allem die CDU scharf an - Teile der Partei hatten zuletzt umfangreiche Sozialkürzungen ins Gespräch gebracht. "Wir sind Zeugen einer beispiellosen Selbstradikalisierung der CDU", so Ott - und Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) reagiere darauf nicht.
"Hierfür hat er keine Zeit. Wahrscheinlich macht er gerade ein schönes, geplantes Video für Insta", höhnte Ott. Bei Wüst gelte die Devise "lieber inszenieren statt regieren", so der designierte SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2027.




















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