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1. Mai in Gelsenkirchen

QUELLE: 

https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article411873847/1-mai-in-gelsenkirchen-diese-botschaft-hat-ministerin-dorothee-feller.html

 

1. Mai in Gelsenkirchen: Diese Botschaft hat Ministerin Dorothee Feller

 

NRW-Schulministerin Dorothee Feller hält die Hauptrede zum Tag der Arbeit im Stadtgarten. Pavillon präsentiert sich provisorisch wieder ansehnlich. „Warum ausgerechnet ich als Ministerin für Schule und Bildung in NRW?“ stellte Dorothee Feller (CDU) gut gelaunt selbst die Frage, weshalb gerade sie als Hauptrednerin zum Tag der Arbeit in Gelsenkirchen gekommen sei. „Bildung ist eins unserer wichtigsten Themen“, machte sie deutlich, „unsere wohl wichtigste Ressource zum Schutz der Demokratie“. Das nahmen die zahlreichen Besucher im Stadtgarten am provisorisch wiederhergerichteten Musikpavillon gern und dankbar auf.

 

Das Kaiserwetter war allerdings auch allein schon ein guter Anlass, den 1. Mai im Freien zu verbringen. Die Allee vom Haupteingang zum Mahnmal war bereits früh von vielen Info-Ständen von Gewerkschaften und Parteien gesäumt, der Geruch von Grillwürstchen machte sich breit, auch der Getränkestand war bereits in Betrieb. Auffällig: Nicht nur gab es eigene grüne Tonnen für Pfandflaschen und Dosen am Stand des IGM Hicret Moschee- und Bildungszentrums (und Köfte-Fladenbrot auch mit Senf), auch der Getränkeverkauf stand unter einem guten Zweck: Spenden für „Warm durch die Nacht“, und Würstchen für das Kinderhospiz Arche Noah gab‘s gleich nebenan.

 

Pavillon als Zeichen für die Zusammenarbeit

 

Alle Beteiligten hatten so auch ein Zeichen gesetzt und die Maikundgebung mit anschließendem bunten Familientag wieder in den Stadtgarten verlegt. Denn die Spuren des Brandes sind sogar noch an den Bäumen in der Nähe des Pavillons zu sehen. Der präsentierte sich den Besuchern schon wieder recht ansehnlich, wenn auch noch provisorisch mit einer Bühne und einer Überdachung versehen.

 

Gleichwohl freute sich Oberbürgermeisterin Andrea Henze (SPD), übrigens zum ersten Mal in dieser Funktion auch bei der Maikundgebung dabei, dass in Gelsenkirchen „alle mit Nachdruck am Wiederaufbau des Pavillons mitarbeiten, das hätte auch anders ausgehen können“.

 

 

Motorrad-Gruppe schon traditionell mit dabei

 

Die Ministerin traf auch schon recht früh ein, allerdings zog dann ein erster Tross doch eher die Blicke auf sich. Die Motorrad-Gruppe „Biker für Arbeitnehmerrechte“ in der IG Bergbau/Chemie/Energie ist seit 20 Jahren zum 1. Mai auf ihre Art unterwegs. Nach einem Gottesdienst am Start in Gladbeck und einem „Bikerfrühstück mit Bockwurst und Kaffee“ sowie der Teilnahme an der Kundgebung steht eine entspannte Runde auf zwei Rädern durchs Revier fest im Kalender. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren allein dazu diesmal angemeldet.

 

Aber Feller wusste sich ins Bild zu setzen. „Auch wenn ich da gar nicht zuständig bin“, richtete sie einen Gruß an die Kindergärten-Abordnung, die mit Pappschildern vor der Bühne gegen Einschränkungen durch eine Reform des Kinderbildungsgesetzes KiBiz protestierte, und versprach: „Wir werden unser Gespräch von eben fortsetzen“.

 

Basiskompetenzen zum Schutz der Demokratie

 

Außerdem sei die Region Emscher-Lippe ihr als ehemaliger Regierungspräsidentin auch ihre Heimat, „und ich bin sicherlich am häufigsten dienstlich in Gelsenkirchen gewesen“. Es sei äußerst wichtig, „in Schulen reinzuhören, und ich habe da ein offenes Ohr für die Interessen von Gelsenkirchen“, erklärte sie. „Bildung ist eines der wichtigsten Themen“, kam sie auf das Grundsätzliche, „die wichtigste Ressource zum Schutz der Demokratie, und dazu gehören Basiskompetenzen wie Lesen und Schreiben, um die demokratischen Funktionen überhaupt erst wahrnehmen zu können“.

 

Das alles in einer Zeit der wirtschaftlichen Stagnation, in der 37 Prozent der Betriebe am Personal sparen würden, der internationalen Konflikte und der stärker werdenden Tendenzen von Demokratiefeindlichkeit, erinnerte sie. Da aber sei es sogar gelungen, in NRW das Bildungsressort von Sparmaßnahmen auszunehmen. „Wir sind noch nicht am Ziel und ich bin selbst auch unzufrieden“, gab sie zu, formulierte aber extra einen Gruß an alle Lehrkräfte: „Denn ihr sorgt mit für das Fundament, für das Rüstzeug zur Wahrung der Demokratie.“

 

Einsatz für weitere Investitionen im Schulsystem

 

Gleichwohl gebe es einen Nachholbedarf, um das Schulsystem des Landes an die gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen. „Aber immerhin über 11.000 Menschen mehr als noch 2022 arbeiten in NRW im Schulsystem“, erinnerte die Ministerin. Und das solle noch ausgebaut werden, diese Menschen müssten ihre Aufgabe in Sicherheit wahrnehmen können. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Aufsichtsbehörden hinter ihnen stehen, wenn sie zu Ordnungsmaßnahmen greifen“, versprach sie angesichts von Anfeindungen und Übergriffen.

 

 

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