
Adriano Gobbo verzweifelt: „Es geht doch um die Kinder“
Gelsenkirchen. Zehn Jahre lang stemmte er die Arbeit rund um die „Weihnachtswelt“ in Horst allein, zahlte fast alles privat. Das geht nun nicht mehr.
Was wäre der Weihnachtsmann ohne all seine Elfen? Nun, vermutlich ein kinderlieber Workaholic am Rande des Burnouts. Und das, obwohl ihm immerhin reichlich Magie zur Verfügung steht. Adriano Gobbo ist „Vater“ der Horster Außenstelle des Nordpols und immer ein Einzelkämpfer gewesen – obwohl er sich schon lange helfende Hände wünscht. Aber auch im elften Jahr seines herausragenden Engagements in seiner „Weihnachtswelt“ sind die nicht in Sicht. Bisher. Dabei bräuchte er dringender denn je Unterstützung. In jeder Hinsicht.
Denkt er an sein zehnjähriges Jubiläum im vorigen Jahr, bekommt der gebürtige Italiener leuchtende Augen. „Das war der Hammer!“, berichtet er von zahlreichen Besuchern, die in der Adventszeit den Weg fanden in seinen Hinterhof an der Essener Straße, der eine wirkliche Weihnachts-Wunderwelt ist für kleine und auch große Kinder. Doch dann kommt schon der Wermutstropfen zur Sprache: Alleine über 3.000 Bratwürste habe er gekauft, zubereitet, den Gästen kostenlos überreicht – immer in der Hoffnung, dass, wer kann, eine kleine Spende hinterlässt, die hilft, Kosten zu decken. Doch noch nicht einmal die Kosten für die Würste habe er davon bestreiten können. Von denen für warme Getränke und die weihnachtlichen Tüten für die Kinder ganz abgesehen. Die gesamte Deko zahlt er ohnehin.
Gobbos Geld geht zur Neige
Zehn Jahre lang hat er sein privates Geld in sein Herzensprojekt gesteckt, immer mit dem Antrieb, besonders den weniger gut situierten Kindern eine vorweihnachtliche Freude zu bereiten, sie mit dem Zauber der Weihnacht zu erfüllen. Auch, weil er selbst einst in wenig luxuriösen Verhältnissen in Norditalien aufwuchs. Doch jenes Geld geht nun zur Neige. Dass er in diesem Jahr kein Geld beantragen kann beim Bezirksforum West, das mache es perspektivisch noch schwieriger. Hierüber erhielt er in der Vergangenheit oftmals eine kleine finanzielle Unterstützung. Doch die Veranstaltung, die Gelder für 2026 vergeben könnte, findet nicht statt.
Freuen würde sich Adriano Gobbo über Unterstützung bei den Tüten für die Kinder. Jene seien immer mit schokoladigen Weihnachtsgrüßen gefüllt und der Bedarf liegt bei mehreren hundert Tüten. Was dem Menschenfreund besonders zu schaffen macht: „Manch einer hat schon gesagt, Adriano, wenn Du kein Geld mehr hast, dann höre doch einfach auf.“ Das treffe ihn wie eine Ohrfeige. „Es geht doch um die Kinder!“
Wichtig sei auch Hilfe vor Ort. Bislang mussten Gobbo und seine Frau die ganze Arbeit alleine stemmen. Mit Aufbau und Gestaltung beschäftigt sich Adriano Gobbo ohnehin ganzjährig. „Ich bin jeden Tag hier in meiner Weihnachtswelt.“ Während der Adventszeit fallen dann weitere Aufgaben an, müssen die Lebensmittel regelmäßig eingekauft werden, müssen täglich Würstchen gegrillt werden und warme Getränke zubereitet – und auch die Toilette für die Gäste muss regelmäßig gesäubert werden. „Aber wenn sich überhaupt jemand meldet, um zu helfen, dann kommt gleich die Frage nach dem Geld auf.“ Dem Weihnachtsmann zu helfen jedoch, das ist seit jeher ein Ehrenamt. Ein echtes.
Denn wenn es einen Lohn zu genüge gibt, dann die Dankbarkeit der Besucher, deren Freude und zuweilen sogar Rührung. Davon weiß Adriano Gobbo viele Geschichten zu erzählen. Von den kleinen Kindern, die staunend bei ihm auf dem Hof stehen, von älteren Menschen, die kaum mehr krauchen können, und dennoch den Weg auf sich nehmen, um hier die Magie der so besonderen Zeit in sich aufzunehmen, das Licht der Weihnacht, wovon es hier wirklich eine unfassbare Menge gibt, im Herzen mit nach Hause zu nehmen.




























Kommentar schreiben