
Das Musiktheater im Revier hat einen neuen Generalintendanten: Jetzt sagt Frank Hilbrich, was er für die neue Spielzeit in Gelsenkirchen plant.
Der Neue ist da! Generalintendant Frank Hilbrich hat jetzt im Foyer des Musiktheaters im Revier sein erstes Spielzeitheft vorgestellt, dem er gleich eine neue Optik verpasst hat. Filigranes Gekritzel war gestern, ab sofort wirbt das neue, schlichte Logo „MiR Gelsenkirchen“ in leuchtendem Blau für das Opernhaus. Ziel des 57-jährigen Theatermachers: die klare Verortung des Musiktheaters in der Stadt. Dazu trägt ab sofort auch der neue Name des Tanzensembles bei: Statt „MiR Dance Company“ heißt es jetzt „TanzGelsenkirchen“.
Und auch die Website ist nagelneu: Sie ist ab sofort unter mirgelsenkirchen.de zu finden. Programmatisch setzt der Intendant, der vom Theater Bremen nach Gelsenkirchen wechselte, auf lange Bewährtes, aber auch auf frische Ideen. Große Oper steht auf dem Programm mit Klassikern wie Giacomo Puccinis „Tosca“ oder Wolfgang Amadeus Mozarts „La Clemenza di Tito“. Musical-Evergreens wie „My Fair Lady“ finden sich ebenso wie ein Klassiker der Moderne mit Sergej Prokofjews Meisterwerk „Die Liebe zu den drei Orangen“ oder zeitgenössische Opern wie Alban Bergs „Wozzeck“. Familientheater steht weiterhin auf dem Plan, ebenso wie Angebote für die junge Generation. Hilbrich betonte: „Wir wollen die Türen noch weiter öffnen, alle Schichten erreichen und uns miteinander auseinandersetzen.“ Denn: „Wir leben in einer der ernstesten Zeiten.“
Start mit Hommage an Gelsenkirchen und seine Theatergeschichte
Zur Eröffnung der Spielzeit 2026/27 rollt das Musiktheater dem Publikum den blauen Teppich aus. Mit der Uraufführung „Blau“ als Hommage an Gelsenkirchen und seine Theatergeschichte startet das Opernhaus am 19. September mit einem interaktiven Spektakel, das draußen beginnt und irgendwann im Großen Haus endet. Das „Utopische Musiktheater“ erinnert an die visionären Ideen des Architekten Werner Ruhnau und an die Entstehung der blauen Schwammreliefs von Yves Klein. Inszeniert wird es vom Bochumer „Kommando Himmelfahrt“ zur Komposition von Jan Dvořák. Das Spielzeitheft lädt ein: „Ob mit blauem Lidschatten oder in Blue Jeans – feiern Sie mit uns Gelsenkirchen und sein MiR!“
Frank Hilbrich ist, so wie auch sein Vorgänger Michael Schulz, ein inszenierender Intendant. Seine erste große Oper in Gelsenkirchen feiert am 18. Oktober mit Giacomo Puccinis Politthriller „Tosca“ Premiere. Auch wenn Hilbrich die Spielzeit unter kein Motto gestellt hat, benennt er doch ein wesentliches Thema, das ihr innewohne: „Es geht um die Frage: Wie politisch muss ich leben?“
Leichtfüßige Unterhaltung versprechen zwei Musicalproduktionen. Am 20. November feiert die humorvolle Kammerrevue „Smarte Tricks für Ihren Urlaub“ im Kleinen Haus Premiere. Am 3. April zeigt Regisseurin Katja Wolf eine witzige Version der populären „My Fair Lady“. Passend zur Vorweihnachtszeit entert ab 5. Dezember ganz märchenhaft „Der Räuber Hotzenplotz“ von Sebastian Schwab als pralle Familienoper die Bühne.
Noch einmal zeitgenössische Oper mit „Dark Fall“ von Hans Thomalla rund um das Thema Alzheimer (ab 9. April) im Kleinen Haus. Den Opernreigen runden Mozarts „La Clemenza di Tito“ und Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ ab. Diese Erfolgsproduktion bringt Hilbrich aus Bremen mit ins Revier.
„Not the Messiah“ läuft auch in der neuen Spielzeit
Zeitgenössischen Tanz zwischen HipHop und Streetdance verspricht der neue Tanzchef, der Schweizer Choreograf Muhammed Kaltuk. Er gibt seine Visitenkarte ab mit der Choreografie „Kleine Hände“ nach dem bekannten Lied „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner (14. November). Kaltuk: „Ich werde die Arbeit von Giuseppe Spota fortführen, aber mit neuen Vibes.“
Einige Publikumsrenner aus der letzten Spielzeit stehen auch in der nächsten wieder auf dem Programm. Es gibt ein Wiedersehen mit dem großartigen „Holländer“ und mit der fantastischen Oratorienparodie „Not the Messiah“. Auch die Kinderoper „Pettersson und Findus“ wird einmal mehr die Jüngsten erfreuen.
Abos für die neue Spielzeit können ab sofort gebucht werden
Das Mir.Lab plant zwei Produktionen, eine davon setzt sich mit Drohnen auseinander. Es gibt aber auch Veranstaltungen, die, zumindest in der nächsten Spielzeit, ins Wasser fallen. Die neue Saison wird dieses Mal nicht mit dem beliebten Theaterfest und auch nicht mit einer informativen Eröffnungsgala starten. Die Verleihung des von der Sparkasse Gelsenkirchen ausgelobten Theaterpreises soll aber stattfinden.
Weil der neue Intendant einen überraschend starken Ensemblegeist am Musiktheater vorgefunden hat, hat er fast alle Sängerinnen und Sänger übernommen, lediglich drei Positionen sind neu besetzt. Hilbrich hat auch Freude an einer weiteren Gelsenkirchener Erfolgsmannschaft und war beim Besuch der aufgestiegenen Knappen im Hans-Sachs-Haus dabei: „Auch der S04 und alle Schalke-Fans sind im Musiktheater ausdrücklich willkommen.“
Abonnements für die neue Spielzeit können ab sofort gebucht werden. Einzelkarten für Abonnenten und MiR-Card-Inhaber gibt’s ab 2. Juni. Der freie Verkauf startet am 16. Juni. Alle Infos unter: www.mirgelsenkirchen.de










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