
Wenn Kunst leere Kirchen füllt: Die Manifesta 16 erobert Gelsenkirchen
Ein riesiges, blaues Luftkissen bläht sich im monumentalen Raum einer entweihten Kirche auf. Ein Kräutergarten wächst dort, wo früher Kirchenbänke standen. Und mitten im Ruhrgebiet entsteht ein
Raum für Ideen, die weit über die Region hinausreichen.
Die Manifesta 16 Ruhr ist offiziell gestartet – und Gelsenkirchen ist das pulsierende Herzstück dieses
außergewöhnlichen Kulturfestivals.
Der Auftakt im Hans-Sachs-Haus
Den feierlichen Startschuss gab es bei einem exklusiven Medienempfang im geschichtsträchtigen Ratsfoyer des Hans-Sachs-Hauses Stadt Gelsenkirchen. Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge und Manifesta-Direktorin Hedwig Fijen
machten dabei eines unmissverständlich klar: Bei dieser europäischen Wanderbiennale geht es um weit mehr als klassische Kunstausstellungen Stadt Gelsenkirchen. Es geht um Identität, Wandel und Gemeinschaft.
Unter dem provokanten Titel „This Is
Not a Church“ (Das ist keine Kirche) verwandelt das Kulturfestival bis zum 4. Oktober 2026 insgesamt zwölf leerstehende Nachkriegskirchen im Ruhrgebiet in lebendige, kostenfreie
Orte für Kultur und Begegnung Kulturkenner / WDR.
Gelsenkirchen als das Epizentrum der Manifesta
Wer das Festival hautnah erleben will, kommt an Gelsenkirchen nicht vorbei, denn die Stadt fungiert als echtes Hauptquartier der Manifesta 16. Gleich vier entweihte Gotteshäuser wurden hier von internationalen
Künstlerinnen und Künstlern völlig neu erfunden:
- St. Josef (Ückendorf) – Das Hauptquartier: Die Künstlergruppe Penique Productions hat das monumentale Kirchenschiff in eine gigantische, begehbare blaue Kunststoffhülle verwandelt FAZ. Ein absolut surrealer, faszinierender Raumeindruck!
- St. Bonifatius (Erle) – Der Teegarten: Hier hat das Bureau Baubotanik einen lebendigen Tee- und Kräutergarten in den Innenraum gepflanzt taz. Es ist ein Ort des Innehaltens, gewidmet dem Gedenken an das rassistische Mordopfer Ferdane Satır taz.
- Thomaskirche (Erle) – Das „Hava Güleç Wohnzimmer“: Ein geschichtsträchtiger Raum, in dem sich rund 20 internationale Kunstschaffende mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinandersetzen – von Migration bis hin zu globaler Identität FAZ.
- St. Anna (Schalke-Nord) – Die „Hatay Engin Musikhalle“: Dieser markante Bau von 1970 wurde für das Festival nach dem bekannten Sänger Hatay Engin benannt Hatay Engin Musikhalle. Kuratiert von Gürsoy Doğtaş hat sich die Kirche in einen pulsierenden Raum für Musik, Tanz und Performance verwandelt, der die Geschichten und Stimmen von Generationen von Arbeitseingewanderten im Ruhrgebiet feiert Hatay Engin Musikhalle.











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