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Eröffnung der Manifesta 16 Ruhr auf der UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein

QUELLE: https://manifesta16.org/de/news/opening-of-manifesta-16-ruhr

 

Am Samstag, den 20. Juni 2026, wird die geschichtsträchtige UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein zu einem Ort für Kunst, Musik und kollektiven Austausch.

Vor der beeindruckenden Kulisse der Industriearchitektur eröffnet dieser Sommerabend die 16. Ausgabe der Manifesta mit einem spannenden Programm aus Performances und Live-Musik.

Der Einlass ist ab 18.00 Uhr – weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze!

Pressemitteilung:

 

Manifesta 16 Ruhr präsentiert Teilnehmer*innenliste und Konzept zur Transformation von zwölf ehemaligen Kirchengebäuden im Ruhrgebiet in Räume der Gemeinschaft

 

25. März 2026

St. Josef Kirche, Gelsenkirchen, Deutschland

 

Kostenloses Programm:

100 + Teilnehmer*innen, 12 Orte, 4 Städte

 

Die Manifesta 16 Ruhr findet über 15 Wochen in vier Städten des Ruhrgebiets statt: Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen. Die

16. Ausgabe im Ruhrgebiet markiert zugleich das 30-jährige Bestehen der Europäischen Nomadischen Biennale, die 1996 in Rotterdam gegründet wurde. Die Biennale entfaltet sich in 12 ehemaligen oder leerstehenden Kirchengebäuden und bringt mehr als 100 Teilnehmende, Kreative, Kollektive sowie vielfältige Vermittlungsprojekte zusammen, die tief in den lokalen Gemeinschaften des Ruhrgebiets verwurzelt sind. Im Fokus der 16. Ausgabe der Manifesta steht eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie können wir in einer von multiplen Krisen, Desinformation und Polarisierung geprägten Gegenwart zur Entwicklung alternativer Gesellschaftsmodelle beitragen? Wie kann Kultur (urbane) Freiräume und Leerstände nutzen, um Spaltung und Isolation in einer Post-Covid-Gesellschaft entgegenzuwirken? In der vorbiennalen Forschungsphase

der Manifesta 16 Ruhr wurde für das Team besonders deutlich, wie sehr es an Gemeinschaftsräumen mangelt und wie groß der Leerstand

ungenutzter moderner Kirchengebäude ist. Die zentrale Frage lautet daher: Wie kann die Transformation von Kirchengebäuden der Nachkriegszeit zu Orten des zivilgesellschaftlichen Lebens, des körperlichen Wohlbefindens und der gemeinschaftlichen Begegnung führen? Die Manifesta 16 Ruhr hat Bürger*innen und lokale Gemeinschaften dazu eingeladen, neue Zukunftsperspektiven für diese Räume zu entwerfen und zu überlegen, wie sie sozialen Zusammenhalt und Austausch stärken können. Die Manifesta 16 Ruhr wird vollständig kostenfrei und ohne Ticketgebühren stattfinden, um sicherzustellen, dass die neu geschaffenen Orte der Kultur und Begegnung wirklich offen und für alle zugänglich sind. Durch den Zuwachs moderner Kirchenneubauten während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Gebäude zu

Symbolen einer neuen Demokratie. Heute, wo viele der Kirchenbauten ungenutzt sind, untersucht die Manifesta 16 Ruhr, wie sie als Räume

zur Stärkung der Zivilgesellschaft und des Gemeinschaftsgeistes neu gedacht werden können. Die Bedeutung von Nähe und die Notwendigkeit,

nichtkommerzielle öffentliche Räume zu schaffen, in denen Communities zusammenkommen, Zeit verbringen und den Alltag gestalten

können, zählt zu den zentralen Themen der Urban Vision und des konzeptionellen Rahmens 2 / 6 der Biennale. Vor diesem Hintergrund möchte

die Manifesta 16 Ruhr eine Diskussion mit Entscheidungsträger*innen und der Lokalpolitik anstoßen, wie wir der bevorstehenden Entwid-

mung von über 20.000 Kirchen in Deutschland in den nächsten zehn Jahren begegnen können. Über das industrielle Erbe des Ruhrgebiets

hinaus erkundet die Manifesta 16 Ruhr, wie die Geschichten der Menschen und Migrationserzählungen aus der Nachkriegszeit die Region

geprägt haben. Während die industrielle Tradition des Ruhrgebiets lange Zeit von der Solidarität der Bergleute und dem Ethos der Arbeit geprägt

war, schafft die Biennale Raum für die Erzählungen, insbesondere jenen von Migrant*innen, die bisher unterrepräsentiert geblieben sind.

 

Das Modell der Europäischen, Nomadischen Biennale

 

Die Manifesta unterscheidet sich in ihrer Arbeit von anderen Biennalen. Ihrem nomadischen Charakter entsprechend zieht sie von Ort zu

Ort und konzentriert sich dabei auf umfassende soziale und geopolitische Themen aus europäischer Perspektive. Jede Ausgabe wird durch

die Entwicklung einer standortspezifischen „Urban Vision“-Studie erschlossen, die den konzeptionellen Rahmen der Biennale bildet. Anstatt

eine traditionelle kuratorische Struktur für konventionelle Ausstellungsräume vorzustellen, bringt die Manifesta 16 Ruhr ein generationsübergreifendes Tandem aus Creative Mediators zusammen — darunter deutsche, polnische und britische kuratorische Kooperationen. Die Creative Mediators arbeiten mit interdisziplinären Fachleuten aus den Bereichen Architektur und Migrationsgeschichte zusammen. Daraus hervorgegangen sind individuelle, ortsspezifische Ansätze jedes kuratorischen Teams für die zwölf Kirchengebäude.

 

Programm

 

Aus dieser generationsübergreifenden Perspektive begegnen die Creative Mediators der Manifesta 16 Ruhr den historischen und sozialen

Kontexten ihrer Wirkungsstätten. Dabei thematisieren sie Aspekte wie Migration, Desinformation, Polarisierung, kollektive Gedächtnisprozesse

und die Schaffung lebenswerterer urbaner Räume. Statt einer einzigen, monolithischen Vision der Transformation entsteht so ein facettenreiches Kaleidoskop aus partizipativen Bottom-up-Projekten und neuen Auftragsarbeiten, die ehemalige Gotteshäuser durch eine

Kombination aus künstlerischer und räumlicher Regeneration, urbaner Transformation und sozialer Aktivierung neu interpretieren. Durch diesen interdisziplinären und vielschichtigen Ansatz wird die Manifesta 16 Ruhr über 50 neu in Auftrag gegebene Werke präsentieren (siehe Anhang 2). Die Teilnehmer*innenliste umfasst sowohl Kollektive als auch Einzelpersonen aus unterschiedlichen Hintergründen und mit vielfältigen künstlerischen Praktiken. Insgesamt zeigt die Manifesta 16 Ruhr Werke von Teilnehmenden aus 30 Ländern weltweit. Ein besonderer Fokus liegt auf Deutschland (25 % der Teilnehmenden), der Türkei (21 %) und Polen (9 %). Dies spiegelt sowohl den europäischen Anspruch der Manifesta als auch die spezifischen Geschichten und diversen Entwicklungslinien im Ruhrgebiet wider. Über 50% der individuellen Teilnehmenden identifizieren sich als weiblich.

 

Radikal lokal

 

Seit ihrer Ankunft im Ruhrgebiet ist die Manifesta 16 Ruhr tief im sozialen Gefüge der Region verwurzelt. Durch einen Bürgerrat, Manifesta 16+ Projekte, die im Rahmen eines Open Call-Verfahrens ausgewählt wurden, und die Arbeit lokaler Vermittler*innen tritt die Manifesta in direkten Dialog mit den Communities vor Ort und lädt gleichzeitig internationales Publikum dazu ein, das Ruhrgebiet aus neuen Perspektiven zu erleben. Mit „Youth Shift“ bringt eine neue Initiative die kritischen Ansichten junger Menschen aus dem Ruhrgebiet ein, und macht deutlich, dass die Zukunft gemeinschaftlicher Räume von der Aktivierung einer neuen Generation abhängt. Die Manifesta 16 Ruhr hat sich zum Ziel gesetzt, auch jene Menschen zu erreichen, die Kulturangebote selten wahrnehmen. Dafür schafft die Manifesta ein offenes, zugängliches Format ohne Eintrittskarten oder andere Barrieren und mehr als ein Dutzend Bildungs- und Vermittlungsprojekte, die das Programm begleiten. Sie spiegeln das langjährige Engagement der Manifesta wider, Menschen aus allen Lebensbereichen durch nachbarschaftlich verankerte Initiativen einzubinden — etwa durch eine Summer School, eine Frauenfußballmannschaft und ein wöchentliches Familienprogramm. Seit der Gründung der Manifesta im Jahr 1996 ist die enge Einbindung lokaler Projekte fester Standard. Diesem Modell folgt auch mit „Manifesta 16+“ ein Kooperationsprogramm mit sechzehn lokalen Basisinitiativen, die Gemeinschaftsprojekte in ehemaligen Kirchengebäuden in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets vorstellen.

 

 

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