Junge Tänzerinnen und Tänzer aus Gelsenkirchen ernten Jubelstürme
Gelsenkirchen. Das „Move!“-Projekt des Gelsenkirchener Musiktheaters brachte „Romeo und Julia“ auf die Bühne. Über 100 junge Tänzer ernten wahre Jubelstürme.
Die einen shoppen Gucci-Klamotten im schicken Designerladen, die anderen kaufen nebenan im schlichten Second-Hand-Lager. Die einen tragen flotte Fummel, die anderen Trainingsanzug. Die Grenzen sind gesetzt zwischen zwei rivalisierenden Jugendgruppen, die in einer der größten Liebesgeschichten der Weltliteratur die „Montagues“ und die „Capulets“ heißen. Am Mittwochabend feierte im prall besetzten Großen Haus des Musiktheaters im Revier der Tanzabend „Romeo und Julia“ im Rahmen des Jugend-Projekts „Move!“ heftig umjubelte Premiere.
Live-Musik als wahre Wertschätzung für das Tanz-Projekt „Move“
Eines der erfolgreichsten und ambitioniertesten Projekte des Musiktheaters im Revier (MiR) bringt Jugendliche seit vielen Jahren in Bewegung. „Move!“, unterstützt von der Brost-Stiftung, lädt Gelsenkirchener Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse ein, gemeinsam mit den Profis vom MiR eine eigene, abendfüllende Choreografie zu erarbeiten. Das gelang in den Vorjahren stets verblüffend gut und überzeugend. So gab es diesmal noch eine verdiente Steigerung bei der Unterstützung durch das Haus: Erstmals begleitete die Neue Philharmonie Westfalen unter Leitung des einstigen MiR-Kapellmeisters Peter Kattermann virtuos und farbenprächtig den Tanzabend live im Graben. Eine wahre Wertschätzung für das Tanz-Projekt, kommt die Musik doch sogar bei den großen Compagnien oft nur vom Band.
Und auch der Riesenapplaus nach anderthalb Stunden Vorstellung war etwas ganz Besonderes mit minutenlangem Jubel, stehenden Ovationen und zahlreichen „Bravos“. Diesmal standen über 100 Schülerinnen und Schüler der Tanz-AG am MiR, des Ricarda-Huch-Gymnasiums, der Förderschule Hansaschule, der Gesamtschule Berger Feld, der Gesamtschule Buer Mitte, der Gesamtschule Ückendorf, der Projektgruppe Move und der MiR Dance Company auf der Bühne, um die Liebestragödie von William Shakespeare zur Musik von Sergej Prokofjew auf die Bühne zu bringen.
Romeo und Julia feiern ihre Bühnen-Auferstehung
Was alle Teilnehmer einte: Sie tanzten großartig, mit Talent, Lust und Leidenschaft, mit Konzentration und Disziplin, mit Kraft und Energie. Vor allem in fantastischen Ensembleleistungen, aber auch in verblüffenden Duetten und Soli. Ein ganzes Jahr lang hatten sie alle für diesen Augenblick geprobt. Auch diesmal lag die Choreografie und Projektleitung in den erfahrenen Händen von Marika Carena, an ihrer Seite Choreografin und Tanzpädagogin Bianca Pulungan. Sie verlegten die berühmte Tragödie zur Ballettmusik von Prokofjew ins Heute, wo Jugendliche aus wohlhabenden Familien gegen Kinder aus sozial benachteiligten Familien kämpfen. Eine Rivalität, die auch bei „Move!“ zunächst tödlich für Romeo und Julia endet. Doch dann stehen beide wieder auf und versöhnen in einem Happy End die verfeindeten Gruppen.



























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